Geschichte


 

Eggolsheim erfreute sich schon im Mittelalter besonderer Privilegien der Bamberger Bischöfe. Es war nicht nur bedeutender Marktflecken – erste Märkte wurden nachweislich schon 1343 abgehalten – sondern erhielt auch schon früh das Biersudprivileg.

 

Das älteste bekannte Siegel Eggolsheims stammt aus dem 14. Jahrhundert. Am 27. Januar 1428 bestätigt der Bamberger Bischof Friedrich II. von Aufseß des „eygen insigel und eygen banier“, er beruft sich dabei auf die Verleihung von Rat, Gericht, Siegel und Panier für Eggolsheim schon durch die Bischöfe Lamprecht (von Brun, 1374 bis 1398) und Albrecht (v. Wertheim, 1399 bis 1421).

 

Mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren gilt das historische Wappen nun für die neu geformte Großgemeinde aus den ehemals freien Orten Eggolsheim, Neuses, Kauernhofen, Rettern, Bammersdorf, Weigelshofen, Drosendorf, Drügendorf, Götzendorf, Tiefenstürmig und Unterstürmig. Zum 1. Februar 1973 wurde der neuen Gemeinde „Markt Eggolsheim“ gestattet, das historische Wappen des ehemaligen Marktes Eggolsheim unverändert zu übernehmen und im Dienstsiegel zu verwenden. Das alte Siegel – gefunden bei Grabungsarbeiten im Ortskern – ziert die Bürgermedaille des Marktes und Münzsonderprägungen.

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Ältestes bekannte Siegel des Marktes

 


 

Georg Hartmann

 

Georg Hartmann, der Zeitgenosse Albrecht Dürers, wurde in einem Haus auf Südseite der Bachzeilenanlage in Eggolsheim am 9. Februar 1489 geboren. Zwei Gedenktafeln, eine wiederentdeckte historische und eine modernere, erinnern an der Fassade der Hartmannstraße 3 an ihn. 

 

Hartmann war katholischer Priester, Mathematiker, Physiker und Instrumentenbauer. Besonders faszinierte ihn die Mathematik, der er bereits bei seinem Theologiestudium in Köln breiten Raum widmete. Sein mathematisches Wissen vertiefte er auch bei seinen Reisen nach Italien. Im Jahr 1518 ließ er sich als Vikar in St. Sebald in der Reichsstadt Nürnberg nieder. 

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Sonnenuhr aus Elfenbein

Mit den großen Gelehrten seiner Zeit und mit Albrecht Dürer pflegte Hartmann eine umfangreiche Korrespondenz, bis er 76-jährig am 9. April 1564 starb und nicht weit vom Grab Dürers entfernt bestattet wurde. Er hat Taschensonnenuhren und Astrolabien hinterlassen, die u.a. den großen Seefahrern dienten und heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bewundert weden können.

Taschenuhr

Taschenuhr

 


 

Albrecht Fleischmann

 

Albrecht Fleischmann wurde Ende des 14. Jahrhunderts in Eggolsheim geboren. Über sein Geburtshaus gibt es keine Erkenntnisse. Gestorben ist er 1444 in Nürnberg und liegt in der Kirche St. Sebald begraben, wo er über 47 Jahre Pfarrer war. Fleischmann hatte den juristischen Doktorgrad erworben, er war Magister Artium. Er war als Kanzler und Rat König Rupprechts als Gesandter am Hof Königin Elisabeths von Frankreich und 1404 bei Papst Innozenz VII. eine der bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Als Konsulent der Stadt Nürnberg war er Vertreter auf vielen Reichstagen. Der Fürstbischof von Bamberg hatte ihn zu seinem Rat ernannt und in dieser Funktion nach Konstanz und Kärnten gesandt. 

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Portrait Albrecht Fleischmann