Wir betrachten das Werk „Die Versuchung des heiligen Antonius“. Die Schülerinnen und Schülerinnen vervollständigen in einer Meldekette den Satz „Ich sehe…„. Nachdem die einzelnen Bildelemente benannt wurden, nähern wir uns der Bildwirkung und -aussage. Sie lernen den spanischen Künstler Salvador Dalì kennen. Entsprechend der Jahrgangsstufe wird auf den in den 1920er Jahre entstandenen Surrealismus eingegangen. Diese künstlerische und bewusstseinserweiternde Bewegung, die sich dem Traumhaften, Absurden und Unwirklichen zuwendet und eng mit einer an die Psychoanalyse anknüpfenden geistigen Haltung verbunden ist, sucht nach einer eigenen Wirklichkeit im Unterbewussten des Menschen. Zahlreiche namenhafte Künstler wie René Magritte oder Max Ernst schlossen sich im Laufe ihrer Schaffensphasen der von André Breton im Jahre 1921 in Paris gegründeten surrealistischen Bewegung an.
Bevor die Schülerinnen und Schüler nun selbst surreale Bildwelten zeichnerisch erkunden, legen wir gemeinsam Kriterien für die spätere Bewertung fest. Es sollen riesig wirkende Wesen und Tiere mit spindeldürren Beinen in einer verwunschenen, surrealen Traumlandschaft erschaffen werden. Es ist wichtig, dass vor der Zeichenphase die raumschaffenden Mittel erarbeitet sind. Denn die vorbeiziehenden Tierwesen in „Die Versuchung des heiligen Antonius“ wirken so groß, da Dalì das Spiel mit Perspektive so meisterhaft beherrschte: Die Horizonztlinie liegt sehr tief und zu Fuße der Tierwesen finden sich verhältnismäßig winzig wirkende Figuren und Gestalten. Weiter haben die traumhaften Tierwesen, die den Bildraum durchschreiten, schier gigantische Ausmaße, obgleich sie sich sehr nahe der Horizontlinie befinden, sich also sehr weit weg befinden müssen und somit unseren Sehgewohnheiten zufolge sehr klein dargestellt sein müssten.
Die Schülerinnen und Schüler beginnen nun mit ihren Bleistift-Vorzeichnungen. Da die Tierkörper naturalistisch, also möglichst „echt“ bzw. „real“ dargestellt werden sollen, kann man ausgedruckte Fotos von Tieren zur Verfügung stellen. Vielleicht ist es auch möglich, dass die Kinder oder Jugendlichen Tierbilder auf ihren Smartphones recherchieren und als Zeichenvorlage nutzen.